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Zubehör

Was noch dazugehört

Zu einem Rechner gehören ein Dutzend Kleinigkeiten, die niemand mitbestellt und die am Ende darüber entscheiden, ob alles rund läuft. Wir verkaufen diese Dinge nicht. Wir sagen dir, worauf wir achten, und wenn wir etwas gut finden, sagen wir auch das.

Für die großen Anschaffungen wie Bildschirm, Tastatur und Maus gibt es eine eigene Seite.

Langlebigkeit

Ein Kabel, das nach einem Jahr wackelt, war nie günstig. Wir bevorzugen Stecker mit Zugentlastung, feste Gehäuse und Hersteller, die es in fünf Jahren noch gibt.

Qualität vor Datenblatt

Die größte Zahl auf der Verpackung ist selten die wichtigste. Bei einem Netzwerkkabel zählt die Verarbeitung mehr als die Kategorie, bei einem Monitor das Panel mehr als die Bildwiederholrate.

Design, das sich unterordnet

Zubehör soll neben dem Rechner stehen, nicht mit ihm konkurrieren. Schlicht, dunkel, ohne Leuchtschrift und ohne Herstellerlogo in Handtellergroesse.

Einstellungen gehören ins Gerät

Ein gutes Eingabegerät speichert seine Einstellungen selbst und funktioniert an jedem Rechner sofort. Wenn dafür dauerhaft eine App im Hintergrund laufen muss, zahlst du mit Arbeitsspeicher, Startzeit und Ärger, sobald die App mal nicht will.

Nur was wir selbst benutzen

Auf dieser Seite steht nichts, das wir nicht selbst verbaut, benutzt oder mindestens in der Hand gehabt haben. Lieber eine kurze Liste als eine vollstaendige.

Netzwerk

Der häufigste Grund für Ruckler in Spielen ist nicht der Rechner, sondern die Verbindung dorthin.

Worauf wir achten

  • Kabel statt Funk, wo immer es geht. Cat 6 reicht für alles, was zu Hause vorkommt, Cat 8 ist Marketing.
  • Bei WLAN-Verstärkern auf einen echten LAN-Anschluss achten, sonst bleibt der Rechner im Funk hängen.
  • Powerline nur, wenn Kabel wirklich nicht geht. Es hängt an der Hausverkabelung und ist schwer vorhersagbar.
  • WLAN-Stecker für USB sind die letzte Wahl. Eine Karte im Rechner oder ein Mainboard mit WLAN ist stabiler.

Würden wir nicht kaufen: Flachbandkabel für wenige Euro. Die Adern brechen an der Knickstelle, und der Fehler zeigt sich erst Monate später als sporadischer Aussetzer.

Ein Kabel quer durch die Wohnung

Die günstigste Empfehlung auf dieser ganzen Seite und die mit der größten Wirkung. Ein Cat-6-Kabel kostet ein Zehntel eines Mesh-Systems und ist ihm in jeder Hinsicht überlegen.

Funk teilt sich die Luft mit allen Nachbarn und schwankt mit der Tageszeit. Ein Kabel tut das nicht. Es liefert dieselbe Leistung um zwanzig Uhr wie um drei Uhr nachts, und es hat keine Aussetzer, wenn jemand die Mikrowelle einschaltet.

Der Einwand kommt immer: durch die Wohnung ziehen will das niemand. Verständlich, aber ein Flachkabel unter der Fußleiste oder am Türrahmen entlang sieht man nach einer Woche nicht mehr, und Kabelkanäle zum Aufkleben kosten wenig. Wer zur Miete wohnt und nicht bohren darf, kommt damit trotzdem durch.

Cat 6 reicht für alles, was zu Hause vorkommt. Cat 7 und Cat 8 sind im Wohnbereich Marketing: Sie sind für Übertragungsraten gedacht, die dein Anschluss nicht liefert und dein Mainboard nicht kann.

Wenn wirklich kein Kabel geht: Mesh

Ein Set aus mehreren Stationen, die sich untereinander abstimmen, zum Beispiel von AVM oder TP-Link. Deutlich besser als ein einzelner Verstärker, aber immer noch Funk.

Ein gewöhnlicher Verstärker hängt selbst im Funknetz und halbiert dabei die Rate. Ein Mesh-Set hat dafür einen eigenen Kanal und übergibt das Gerät beim Durchgehen sauber von Station zu Station.

Worauf es beim Kauf ankommt: mindestens eine Station muss einen echten LAN-Anschluss haben. Sonst steckt der Rechner am Ende doch wieder im Funk, und der halbe Zweck ist weg.

Powerline, also das Netz über die Stromleitung, nennen wir hier bewusst nur als Notlösung. Es hängt an der Verkabelung des Hauses, und ob es funktioniert, weiß man erst nach dem Kauf. In einem Altbau mit mehreren Stromkreisen zwischen Router und Zimmer liegt die Trefferquote bei ungefähr der Hälfte.

Bildschirm und Kabel

Der Bildschirm bestimmt, was du vom Rechner überhaupt siehst. An ihm zu sparen macht die Grafikkarte wertlos.

Worauf wir achten

  • DisplayPort statt HDMI am PC. Höhere Bildwiederholraten, zuverlässigeres Aufwachen aus dem Ruhezustand.
  • Das mitgelieferte Kabel ist oft das schwächste Teil. Ein zertifiziertes DisplayPort-Kabel kostet wenig und löst erstaunlich viele Bildaussetzer.
  • Panel vor Bildwiederholrate: 144 Hz auf einem schlechten Panel sehen schlechter aus als 100 Hz auf einem guten.
  • Höhenverstellbarer Fuß oder VESA-Aufnahme. Ein Bildschirm auf falscher Höhe kostet dich mehr als jedes Bauteil.

DisplayPort-Kabel mit VESA-Prüfzeichen

Zum Beispiel von Club 3D oder Lindy. Das billigste Bauteil, das einen teuren Bildschirm ausbremsen kann, und die Ursache, nach der als Letztes jemand sucht.

Ein DisplayPort-Kabel sieht aus wie das nächste. Der Unterschied liegt in der Abschirmung und im Querschnitt der Adern, und der fällt erst auf, wenn viel Daten durchgehen. Bei 1440p mit 60 Hz macht jedes Kabel mit. Bei 1440p mit 240 Hz oder bei OLED mit hoher Bildrate fangen die schlechten an zu flackern, zeigen kurze schwarze Bilder oder das Gerät wacht aus dem Ruhezustand nicht mehr auf.

Das Tückische daran: Der Fehler ist sporadisch. Man verdächtigt den Treiber, die Grafikkarte, den Bildschirm, und tauscht irgendwann Teile für mehrere hundert Euro. Wir haben das mehr als einmal gesehen.

VESA führt eine Liste geprüfter Kabel. Wer eines daraus nimmt, hat diese Fehlerquelle ein für alle Mal ausgeschlossen. Achte auf die Angabe DP80 oder DP54 auf der Verpackung, nicht auf Worte wie Gaming oder Ultra. Und nimm das kürzeste Kabel, das reicht: Jeder zusätzliche Meter macht die Sache schwieriger, nicht leichter.

Tastatur, Maus, Headset

Die drei Teile, die du täglich anfasst. Hier fällt schlechte Qualität am schnellsten auf.

Worauf wir achten

  • Kabel oder ein Funkempfänger mit eigenem Stecker. Bluetooth ist für Spiele die unzuverlässigste Variante.
  • Bei Tastaturen austauschbare Schalter und abnehmbares Kabel. Beides verlängert die Lebensdauer um Jahre.
  • Bei Mäusen Gewicht und Form vor Abtastrate. Über 1600 dpi hinaus spürt kaum jemand einen Unterschied.
  • Beim Headset lieber ein gutes Mikrofon als viel Bass. Gehört wirst du öfter, als du hörst.

Würden wir nicht kaufen: Beleuchtete Sets aus Tastatur, Maus und Kopfhörer für unter dreißig Euro. Die Beleuchtung ist der einzige Posten, in den investiert wurde.

Strom und Schutz

Das billigste Bauteil im Raum hängt zwischen der Steckdose und einem Rechner für vierstellige Beträge.

Worauf wir achten

  • Steckdosenleiste mit echtem Überspannungsschutz, erkennbar an einer Angabe in Joule. Ohne Zahl ist es keiner.
  • Ausreichend Abstand zwischen den Buchsen, sonst blockiert ein Netzteil drei Plätze.
  • Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung lohnt erst, wenn Stromausfälle bei dir wirklich vorkommen. Dann aber sofort.

Steckdosenleiste mit echtem Überspannungsschutz

Zum Beispiel die Premium-Line von Brennenstuhl. Kostet etwa so viel wie zwei Kinokarten und steht zwischen einem Blitz in der Leitung und einem Rechner für vierstellige Beträge.

Eine Leiste mit Schutz und eine ohne sehen im Regal identisch aus. Der Unterschied steht auf der Verpackung, und zwar als Zahl in Joule: Das ist die Energie, die das Bauteil im Inneren aufnehmen kann, bevor es durchlässt. Steht dort keine Zahl, sondern nur das Wort Überspannungsschutz, ist es keiner.

Ein Blitz muss dafür nicht ins Haus einschlagen. Es reicht ein Einschlag in der Nähe oder ein Schaltvorgang im Netz. Was dabei ankommt, sind Bruchteile einer Sekunde mit einem Vielfachen der normalen Spannung, und das Netzteil gibt sie an das Mainboard weiter.

Zwei Dinge, die kaum jemand weiß. Das Schutzbauteil verbraucht sich: Nach mehreren Ereignissen schützt die Leiste nicht mehr, sieht aber unverändert aus. Deshalb gibt es Leisten mit Kontrollleuchte, und die sind das Geld wert. Und der Schutz muss alle Wege abdecken, die ins Gerät führen, also auch das Netzwerk- oder Antennenkabel. Ein Überschlag nimmt den Weg, der frei ist.

Speicher und Sicherung

Die Frage ist nicht, ob eine Platte ausfällt, sondern wann. Eine Sicherung kostet weniger als ein Wochenende Datenrettung.

Worauf wir achten

  • Externe SSD für Arbeitsdaten, klassische Festplatte für das große Archiv. Die Mischung ist günstiger als beides in SSD.
  • Bei USB-Steckern auf den echten Standard achten, nicht auf die Farbe des Steckers.
  • USB-Stecker mit verstecktem Speicher gibt es zuhauf. Kaufe bei bekannten Herstellern, sonst zahlst du für Kapazität, die nicht existiert.

Externe SSD, zum Beispiel Samsung T7 oder T9

Handflächengroß, ohne Netzteil, schnell genug, um direkt davon zu arbeiten. Die Sicherung, die man tatsächlich macht, weil sie keine Umstände bereitet.

Die beste Sicherung ist die, die stattfindet. Ein Netzlaufwerk im Keller ist technisch überlegen und wird nach drei Wochen nicht mehr eingerichtet. Eine SSD, die in der Schublade liegt und einmal die Woche angesteckt wird, rettet mehr Daten als jedes Konzept, das niemand umsetzt.

Der Satz, den die meisten noch nie gehört haben: Eine Kopie im selben Raum ist keine Sicherung. Sie hilft gegen eine kaputte Festplatte, und das ist der häufigste Fall. Sie hilft nicht gegen Einbruch, Wasser, Feuer oder einen Verschlüsselungstrojaner, der alles mitnimmt, was gerade angesteckt ist.

Deshalb die einfache Regel: zwei Kopien auf zwei verschiedenen Geräten, eine davon außer Haus. Für Privatleute heißt das in der Praxis: die SSD zu Hause, und die wichtigsten Ordner zusätzlich in einem verschlüsselten Speicher im Netz. Und die SSD nur beim Sichern anstecken, sonst verschlüsselt der Trojaner sie mit.

Ehrlich zur Größe: Für das große Archiv aus Fotos und Videos ist eine klassische Festplatte je Terabyte deutlich günstiger. Die Mischung aus schneller SSD für die Arbeitsdaten und langsamer Platte für das Archiv ist fast immer der vernünftigere Kauf.

Pflege

Ein Rechner, der einmal im Jahr entstaubt wird, läuft leiser und länger.

Worauf wir achten

  • Druckluft aus der Dose oder besser ein elektrischer Staubbläser. Der zahlt sich nach der dritten Dose aus.
  • Keine Staubsauger am offenen Rechner, die Düsen laden sich statisch auf.
  • Mikrofasertücher und Isopropanol statt Haushaltsreiniger. Letzterer greift Beschichtungen an.

Elektrischer Staubbläser statt Druckluftdose

Einmal kaufen statt jedes Jahr nachkaufen. Rechnet sich nach der dritten Dose und ist dabei auch noch das schonendere Werkzeug.

In einer Druckluftdose ist keine Luft, sondern ein verflüssigtes Treibgas. Solange die Dose aufrecht steht, kommt Gas heraus. Kippt man sie, und beim Ausblasen eines Rechners kippt man sie ständig, kommt die Flüssigkeit mit heraus. Die verdunstet schlagartig und kühlt dabei so stark ab, dass sich Reif bildet. Auf einer Platine will man das nicht.

Ein elektrischer Bläser hat dieses Problem nicht, wird nicht leer und hört nicht nach einer halben Minute auf zu ziehen.

Dazu zwei Dinge, die zusammen unter zehn Euro kosten: Isopropanol aus der Apotheke oder dem Baumarkt und ein paar Mikrofasertücher. Isopropanol verdunstet rückstandsfrei und greift weder Lack noch Beschichtung an. Haushaltsreiniger tut beides.

Und der wichtigste Satz der ganzen Rubrik: Halte die Lüfter beim Ausblasen fest. Dreht ein Lüfter durch den Luftstrom schneller, als er gebaut ist, arbeitet der Motor als Generator und schickt Spannung zurück ins Mainboard. Ein Finger auf dem Flügel genügt.

Warum hier nichts zu kaufen ist

Wir halten kein Zubehör auf Lager. Alles, was wir liefern, bauen wir selbst zusammen und dafür haften wir. Für den Rest sagen wir dir lieber ehrlich, was taugt, als dir etwas weiterzureichen, das wir nie in der Hand hatten.

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