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Kaufberatung

8 GB Grafikspeicher: Reicht das 2026 noch?

7 Min. Lesezeit

Zwei unserer drei Rechner haben Grafikkarten mit 8 GB Speicher. Wir zeigen mit aktuellen Tests, wann das reicht, wann nicht und welcher eine Regler im Spiel den Unterschied macht. Auch da, wo die Antwort gegen unsere eigenen Rechner spricht.

Zwei unserer drei Rechner, der YKON Entry und der YKON Core, haben eine Grafikkarte mit 8 GB Speicher. In Foren liest man dazu oft nur einen Satz: 8 GB reichen 2026 nicht mehr. Wenn das stimmt, verkaufen wir zwei von drei Rechnern mit einem Fehler.

Wir haben deshalb nachgesehen, was aktuelle Tests wirklich zeigen. Die kurze Antwort: Es hängt fast immer an einem einzigen Regler im Spiel. Die lange Antwort steht hier, auch mit den Teilen, die für uns unbequem sind.

Was Grafikspeicher überhaupt ist

Die Grafikkarte hat ihren eigenen Speicher, getrennt vom Arbeitsspeicher des Rechners. Man kann ihn sich als Werkbank vorstellen: Alles, was gerade für das Bild gebraucht wird, liegt dort griffbereit. Vor allem die Texturen, also die Oberflächen von Wänden, Kleidung, Boden und Gesichtern.

Solange alles auf die Werkbank passt, merkt man vom Speicher nichts. Wird sie zu voll, muss die Karte Teile aus dem normalen Arbeitsspeicher nachholen, und dieser Weg ist viel langsamer. Das Spiel wird dann nicht einfach gleichmäßig langsamer. Es ruckelt, wenn man sich schnell umdreht, Oberflächen bleiben kurz matschig, bevor sie scharf werden, und im schlimmsten Fall stürzt das Spiel ab.

Wichtig dabei: Mehr Speicher macht eine Grafikkarte nicht schneller. Er verhindert nur, dass sie ausgebremst wird.

Was die Tests zeigen

Am saubersten lässt sich das an einer Karte messen, die es in zwei Fassungen gibt. Die GeForce RTX 5060 Ti wird mit 8 und mit 16 GB verkauft, sonst ist alles gleich. Tom's Hardware hat beide mit 21 Spielen verglichen. So viel langsamer war die Fassung mit 8 GB im Durchschnitt:

Auflösung und Einstellung8 GB gegenüber 16 GB
Full HD, mittlere Details2 % langsamer
Full HD, höchste Details11 % langsamer
Full HD, höchste Details, Spiele mit Raytracing26 % langsamer
WQHD, höchste Details18 % langsamer
WQHD, höchste Details, Spiele mit Raytracing40 % langsamer

Full HD ist die übliche Auflösung mit 1920 mal 1080 Bildpunkten, WQHD die nächsthöhere mit 2560 mal 1440. Raytracing ist eine Technik für besonders echt wirkendes Licht und Spiegelungen, die zusätzlich Speicher braucht.

Die Tabelle erzählt eine klare Geschichte. Bei mittleren Details in Full HD ist der Unterschied kaum messbar. Je höher Einstellungen und Auflösung, desto teurer wird der fehlende Speicher.

ComputerBase kommt im Mai 2026 mit der RTX 5060 und der RTX 5050, beide mit 8 GB, zum selben Bild: In Full HD ohne Raytracing bremsen 8 GB in vielen Spielen nicht spürbar. Mit Raytracing schon, und dort brachte bei der RTX 5060 allein das Herunterstellen der Texturen im Schnitt rund 10 Prozent mehr Bilder pro Sekunde.

Ein Spiel als Beispiel

Wie eng es werden kann, zeigt Indiana Jones und der große Kreis, eines der speicherhungrigsten Spiele der letzten Zeit. Notebookcheck hat auf einem Notebook mit 8-GB-Karte gemessen, wie viel Grafikspeicher es in Full HD belegt:

Einstellungbelegter Grafikspeicher
Mittelrund 6,9 GB
Hochrund 8,3 GB
Sehr hochrund 9,3 GB

Bei mittleren Einstellungen lief das Spiel ruhig. Eine Stufe höher passt es nicht mehr auf die Werkbank, und es kann abstürzen. Zwischen "läuft einwandfrei" und "läuft nicht" liegt hier genau eine Stufe.

Der eine Regler

Daraus folgt der wichtigste Tipp dieses Beitrags: Wenn ein Spiel auf einer Karte mit 8 GB ruckelt, zuerst die Texturqualität eine Stufe herunterstellen. Nicht die Auflösung, und nicht alles auf einmal.

  • Texturen sind der größte Posten im Grafikspeicher. Eine Stufe weniger spart oft mehr als ein Gigabyte.
  • Den Unterschied zwischen "Hoch" und "Sehr hoch" sieht man in Full HD auf einem normalen Monitor meist kaum.
  • Viele aktuelle Spiele zeigen in den Grafikeinstellungen an, wie viel Speicher die gewählten Einstellungen brauchen. Bleibt die Anzeige unter 8 GB, ist alles gut.
  • Raytracing ist der zweite große Verbraucher. Wer darauf verzichten kann, gewinnt beim Abschalten Speicher und Bilder pro Sekunde.

Die typischen Zeichen für vollen Grafikspeicher: Ruckler beim schnellen Umsehen, Oberflächen, die erst verwaschen und dann scharf erscheinen, und Abstürze in Gebieten, die vorher liefen.

Was das im Alltag heißt

Was du spielstReichen 8 GB?
Fortnite, Counter-Strike 2, Valorant, League of Legends, MinecraftJa, ohne Einschränkung
Große neue Spiele in Full HD mit hohen EinstellungenJa, Texturen bei Bedarf eine Stufe runter
Große neue Spiele in Full HD mit höchsten Einstellungen und RaytracingGrenzfall, hier fehlen spürbar Bilder pro Sekunde
WQHD oder 4KNein, hier sind 16 GB die richtige Wahl
Bilder oder Texte mit KI auf dem eigenen RechnerNur kleine Modelle, mehr dazu im Beitrag KI auf dem eigenen Rechner

Warum es überhaupt noch Karten mit 8 GB gibt

Weil Speicher gerade teuer ist. Seit Mitte 2025 kaufen KI-Rechenzentren einen großen Teil der weltweiten Speicherproduktion auf, und das trifft auch Grafikkarten. Mehr dazu im Beitrag Warum PCs gerade teurer werden.

Was die doppelte Speichermenge kostet, sieht man an der Radeon RX 9060 XT, die es ebenfalls in beiden Fassungen gibt. Am 13. Oktober 2026 kostete sie laut PC Games Hardware mit 8 GB ab 446 Euro, mit 16 GB ab 564 Euro. 117 Euro Aufpreis, nur für den Speicher.

Und es gibt einen zweiten Grund, warum 8 GB nicht über Nacht nutzlos werden. Laut der Steam-Hardware-Umfrage vom Juli 2026 ist 8 GB bei Windows-Rechnern immer noch die häufigste Ausstattung, rund jeder dritte hat genau so viel. Kein Spielehersteller kann es sich leisten, ein Drittel seiner Kundschaft auszusperren. Neue Spiele werden deshalb auch mit 8 GB laufen, nur eben nicht mit den höchsten Einstellungen.

Was das für unsere Rechner heißt

Jetzt der unbequeme Teil, denn er betrifft uns direkt.

YKON Entry, mit RTX 5050 und 8 GB. Hier ist der Speicher selten der Engpass. Die RTX 5050 ist eine Einstiegskarte und nicht für höchste Einstellungen mit Raytracing gebaut. Bei den Einstellungen, für die sie gedacht ist, passt der Speicher zur Leistung.

YKON Core, mit RTX 5060 und 8 GB. Hier ist die Frage berechtigt. Die RTX 5060 hätte in manchen Spielen genug Leistung für höchste Einstellungen, und genau dort stößt sie an die 8 GB. Für Full HD mit hohen Einstellungen ist der Core gut gewählt. Wer aber weiß, dass er die neuesten großen Spiele mit allem spielen will, was die Regler hergeben, oder den Rechner fünf Jahre ohne Aufrüsten behalten möchte, sollte 16 GB nehmen.

YKON Pro, mit Radeon RX 9060 XT und 16 GB. Für WQHD, für höchste Einstellungen und für alle, die sich die Frage nach dem Speicher gar nicht erst stellen wollen.

Dazwischen gibt es einen Weg, der nicht auf der Seite steht: Den Core bauen wir auf Anfrage auch mit einer Grafikkarte mit 16 GB. Den Aufpreis rechnen wir zum Tagespreis, weil sich Grafikkarten gerade wöchentlich im Preis ändern. Schreib uns über das Anfrageformular, welche Spiele du spielst und an welchem Monitor. Wenn 8 GB für dich reichen, sagen wir dir das auch.

Kurz gesagt

  • 8 GB reichen 2026 für Full HD mit hohen Einstellungen. Bei mittleren Einstellungen ist der Unterschied zu 16 GB kaum messbar.
  • Bei höchsten Einstellungen mit Raytracing und ab WQHD fehlen spürbar Bilder pro Sekunde. Dort sind 16 GB die bessere Wahl.
  • Ruckelt ein Spiel, zuerst die Texturen eine Stufe herunterstellen.
  • 16 GB kosten derzeit rund 120 Euro mehr. Ob sich das lohnt, entscheiden dein Monitor und deine Spiele, nicht eine Faustregel.

Quellen: Tom's Hardware, RTX 5060 Ti mit 8 GB gegen 16 GB in 21 Spielen (August 2025). ComputerBase, Grafikkarten bis 300 Euro im Test (Mai 2026). Notebookcheck, Is 8 GB VRAM enough for modern games? (Dezember 2025). PC Games Hardware, Preisvergleich vom 13. Oktober 2026. Steam-Hardware-Umfrage Juli 2026. Grafikkartenpreise schwanken derzeit stark und können sich seit dem Schreiben geändert haben.

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